Tinnitus Fakten
"Ich höre was, was Du nicht hörst." Mit diesem kurzen Satz kann man das Phänomen Tinnitus schon recht gut beschreiben. Generell werden Symptome wie Ohrensausen, Ohrgeräusche oder Ohrklingeln unter dem Fachbegriff Tinnitus aurium zusammengefasst, wenn diese Hörempfindungen nicht durch ein äußeres Schallereignis ausgelöst werden.
Tinnitus ist ein sehr häufiges Phänomen: Ungefähr jeder dritte Erwachsene in der westlichen Welt hatte bereits irgendwann ein Tinnituserlebnis. 8% erleben Tinnitus als allgemein belastend oder störend beim Einschlafen und 0,5% erfahren durch Tinnitus sogar eine starke Beeinträchtigung ihres Alltagslebens.
Tinnitus ist ein Symptom, das vielfältige Ursachen und Ausprägungen haben kann. Tinnitus kann wie folgt unterschieden werden:
- Nach Schweregrad
Bei geringgradigem Tinnitus registriert die betroffene Person zwar ein Ohrgeräusch, kann aber so damit umgehen, dass keine zusätzlichen Symptome auftreten. Der Leidensdruck ist nur gering ausgeprägt oder fehlt ganz.
Bei höheren Schweregraden hat das Ohrgeräusch zunehmend massive Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche und führt zur Entwicklung weiterer Symptome wie Angstzustände, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Depressionen. Entsprechend stark leiden die Betroffenen unter der Erkrankung. Interessanterweise besteht kaum ein Zusammenhang zwischen der Lautstärke des Tinnitus und seiner Belastung für den Patienten.
Eine Möglichkeit der Klassifizierung ist die Einteilung in fünf Schweregrade (gering- bis schwerstgradig) gemäß THI-12. Dieser Fragebogen umfasst verschiedene Aspekte wie z.B. durch Tinnitus verursachten Ärger, Angst und Frustration, aber auch Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben, Beruf und bei der Hausarbeit.
- Tinnitus mit oder ohne Hörverlust
Das Hörvermögen von Tinnituspatienten ist häufig eingeschränkt. Die Frequenz des größten Hörverlustes ist oft identisch mit der Frequenz des Tinnitus.
- Akuter, subakuter und chronischer Tinnitus
Als akut wird ein Tinnitus bezeichnet, der noch nicht länger als 3 Monate besteht. Erst wenn ein Ohrgeräusch länger als 12 Monate anhält, spricht man von einem chronischen Tinnitus. Die Zwischenphase mit einer Dauer zwischen 3 und 12 Monaten wird als "subakut" bezeichnet.
- Objektiver und subjektiver Tinnitus
Unter einem objektiven oder besser objektivierbaren Tinnitus versteht man jene Formen, bei denen die Ohrgeräusche durch Untersuchungsmethoden gehört oder hörbar gemacht werden können, weil eine innere Schallquelle vorliegt (z.B. Strömungsgeräusche in Blutgefäßen oder pulsierende Tumore). Beim sehr viel häufigeren subjektiven Tinnitus entstehen die Töne durch eine Fehlfunktion im Innenohr oder innerhalb der Hörbahn, ohne dass entsprechende Schallschwingungen vorliegen.
Letzte Änderung: 10.12.2009, 11:27 Uhr
produced by GPM mbH